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Was Tiere uns über uns selbst lehren – Tierkommunikation als Weg zu mehr Selbstverbundenheit

  • Sandra Fischer
  • 3. Juni
  • 4 Min. Lesezeit

Viele Menschen kommen zur Tierkommunikation, weil sie ihr Tier besser verstehen möchten. Sie wünschen sich Antworten auf Fragen, möchten Verhaltensweisen verstehen oder ihrem Tier auf einer tieferen Ebene begegnen.

Doch immer wieder beobachte ich etwas Spannendes:

Die eigentliche Reise beginnt oft nicht beim Tier – sondern bei uns selbst.

Tierkommunikation beginnt mit Zuhören

Wenn wir mit einem Tier in Kontakt treten möchten, reicht es nicht, nur zu denken. Tiere kommunizieren anders als wir Menschen. Sie senden Gefühle, Bilder, Körperempfindungen, Stimmungen und innere Wissenserfahrungen.

Um diese wahrnehmen zu können, müssen wir selbst stiller werden.

Wir verlassen für einen Moment den Bereich des Analysierens und Erklärens und öffnen uns für das Spüren.

Für viele Menschen ist genau das ungewohnt.

Denn in unserem Alltag sind wir oft darauf trainiert, zu funktionieren, zu planen und Probleme zu lösen. Unsere Aufmerksamkeit befindet sich vor allem im Kopf.

Tiere laden uns dagegen in eine andere Form der Wahrnehmung ein.

Sie führen uns zurück in den gegenwärtigen Moment.

Der Weg zum Tier führt durch die eigene Innenwelt

Wer Tierkommunikation lernt oder erlebt, begegnet häufig auch den eigenen Gefühlen.

Plötzlich wird spürbar:

  • Was fühle eigentlich ich?

  • Was gehört zu meinem Tier und was gehört zu mir?

  • Wo bin ich angespannt?

  • Welche Emotionen vermeide ich vielleicht schon lange?

Viele Tiere spiegeln ihren Menschen Themen wider, die dieser selbst noch nicht vollständig wahrnimmt.

Nicht, weil sie uns belehren wollen, sondern weil sie eng mit uns verbunden sind.

Je bewusster wir unsere eigenen Gefühle wahrnehmen können, desto klarer wird oft auch die Verbindung zum Tier.

Das Nervensystem als Schlüssel zur Verbindung

Aus meiner Erfahrung hat Tierkommunikation viel mit dem Zustand unseres Nervensystems zu tun.

Wenn wir gestresst sind, unter Druck stehen oder innerlich ständig auf Alarm geschaltet sind, wird es schwer, feine Wahrnehmungen zu empfangen.

Unser Nervensystem ist dann auf Schutz und Überleben ausgerichtet.

Tierkommunikation geschieht jedoch meist in einem Zustand von Offenheit, Präsenz und innerer Sicherheit.

Genau deshalb erleben viele Menschen während einer Tierkommunikation etwas sehr Beruhigendes:

Der Atem wird ruhiger.Der Körper entspannt sich.Gedanken werden langsamer.

Wir kommen aus dem Dauerfunktionieren heraus und zurück ins Wahrnehmen.

Tiere leben uns diesen Zustand täglich vor.

Sie sind Meister der Präsenz.

Wieder im eigenen Körper ankommen

Eine wichtige Voraussetzung für feine Wahrnehmung ist die Verbindung zum eigenen Körper.

Viele Menschen haben im Laufe ihres Lebens gelernt, Gefühle eher zu analysieren als zu fühlen.

Doch unser Körper nimmt oft viel früher wahr als unser Verstand.

Vielleicht zeigt sich ein Gefühl als Enge im Brustkorb.Vielleicht entsteht plötzlich Wärme im Bauch.Vielleicht wird etwas leichter oder weiter.

Diese Körperempfindungen sind wertvolle Informationen.

Tierkommunikation wird dadurch nicht nur zu einer Verbindung mit dem Tier, sondern auch zu einer Rückverbindung mit dem eigenen Körpergefühl. Viele Menschen machen das mit Yoga. Andere mit Nervensystemregulation.

Eine einfache Übung, um wieder bei sich anzukommen

Wenn wir mit Wildtieren oder sehr zurückhaltenden Tieren in Kontakt treten möchten, hilft oft etwas, das zunächst überraschend klingt: nichts tun.

Suche dir einen Platz in der Natur, in deinem Garten oder auf deinem Balkon. Setze dich bequem hin und nimm einfach wahr, was um dich herum geschieht. Beobachte die Bewegungen der Tiere, höre die Geräusche, spüre den Wind auf deiner Haut oder die Sonne im Gesicht.

Versuche dabei, nichts zu wollen und nichts zu erwarten. Stelle keine Fragen und suche nicht nach Antworten. Atme einfach bewusst ein und aus und richte deine Aufmerksamkeit immer wieder auf den gegenwärtigen Moment.

Vielleicht bemerkst du nach einiger Zeit, wie dein Atem ruhiger wird, dein Körper sich entspannt und deine Gedanken langsamer werden. Dein Nervensystem bekommt die Möglichkeit, aus dem Modus des Funktionierens und Reagierens herauszukommen und wieder mehr Sicherheit und Ruhe zu finden.

Öffne dabei dein Herz für das, was sich zeigen möchte – ohne Druck und ohne Ziel. Oft entsteht gerade in dieser Offenheit eine tiefe Verbindung: zur Natur, zu den Tieren und vor allem zu dir selbst.

Diese Übung kann eine wunderbare Möglichkeit sein, nach einem stressigen Tag wieder ins eigene Körpergefühl zu kommen und sich selbst bewusster wahrzunehmen – auch ganz ohne eine Tierkommunikation.

Bunte Intelligenz®: Mehr als nur Denken

In meiner Arbeit mit Bunter Intelligenz® erlebe ich immer wieder, dass Menschen über weit mehr Fähigkeiten verfügen als rein analytisches Denken.

Wir besitzen emotionale Intelligenz. Körperintelligenz. Intuition. Empathie. Kreativität.

Tierkommunikation aktiviert viele dieser Fähigkeiten gleichzeitig.

Sie fordert uns auf, nicht nur den Verstand zu nutzen, sondern unser gesamtes Wahrnehmungssystem.

Dadurch entsteht oft etwas sehr Wertvolles:

Wir werden nicht nur empfänglicher für unser Tier, sondern auch für uns selbst. Und dann fließen manchmal Tränen, alte und unterdrückte Emotionen lösen sich.

Die Beziehung zum Tier als Entwicklungsweg

Vielleicht liegt genau darin das größte Geschenk unserer Tiere.

Sie begleiten uns nicht nur durch unser Leben.

Sie helfen uns dabei, wieder in Kontakt mit den Teilen von uns zu kommen, die im Alltag oft verloren gehen:

mit unserer Verletzlichkeit,unserem Fühlen,unserer Intuition,unserem Körperwissenund unserer Fähigkeit, wirklich präsent zu sein.

Wer sich auf Tierkommunikation einlässt, entdeckt deshalb häufig mehr als die Gedanken und Gefühle seines Tieres.

Er entdeckt einen Weg zurück zu sich selbst.

Und genau dort beginnt oft die tiefste Form von Verbindung – zu unserem Tier und zu unserem eigenen Wesen.

Je länger ich Menschen und ihre Tiere begleite, desto mehr bin ich überzeugt, dass Tiere weit mehr sind als Begleiter unseres Lebens.

Sie laden uns immer wieder dazu ein, langsamer zu werden, genauer hinzuspüren und uns selbst mit mehr Ehrlichkeit zu begegnen.

Vielleicht liegt darin eines ihrer größten Geschenke: dass sie uns helfen, den Weg zurück zu uns selbst zu finden.

 
 
 

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